Wenn's dem (bösen) Nachbarn nicht gefällt...

Frankieboy
  • Forenkätzchen
Beiträge: 3
Liebe Katzen Freunde!

Ich heiße mich mal selbst hier willkommen. Üblicherweise meide ich Online-Foren und Social Media, aber hier springe ich mal über meinen Schatten. Ich fühle mich nämlich wie in der Vorstufe zur Sendung "Am Schauplatz Gericht". Da schüttle ich oft den Kopf über den Nonsens. Jetzt steck ich selber drin.

Seit fast vier Jahren habe ich einen Kater, nahezu gleich lange ist er Freigänger. Wir leben in einer großen und sehr grünen Wohnanlage am Stadtrand, am Abend gibt's kaum Verkehr. Ich hatte noch nie Probleme wegen seines Verhaltens, er ist ein unauffälliger und sehr braver Kater.

Nun sind seit drei Jahren Sanierungsarbeiten im Gange und nach und nach werden einzelne Häuser eingerüstet. Momentan ist unseres dran und das wird noch sechs Monate so sein. Hier laufen abends etwa sechs, sieben Katzen herum, zwei davon haben sich auch mit mir und meinem Boss angefreundet. Nun springen die manchmal auf die unterste Gerüstebene und fangen sich dort oder schauen mal bei einem Fenster rein. Es hat nie Probleme gegeben und das machen sie eher selten.

Nun kam im Dezember plötzlich Frau R. zu mir. Die ist so alt wie ich (42) oder knapp darüber und hat zwei Wohnungskatzen. Die Frau war bis vor drei Jahren unauffällig. Da bekam ich einmal Möbel im Februar und das Haustor stand 15 Minuten offen. Deshalb bekam Frau R. in ihrer Wohnung eine fiebrige Erkältung. So ähnliches wiederholte sich sporadisch. So machte sie mich einmal mitverantwortlich für das Verschwinden der Eichhörnchen vor Ort. Denn die holt sich nachts immer der Kater vom nächsten Hof und wenn meiner nicht hier wäre, käme der andere nicht rüber und täte das. Dabei verschwanden diese Tiere, als die Bauarbeiten begannen. Ähnliches folgte, ich nahm das immer mit Humor und sagte zwar meine Meinung, aber blieb freundlich. Letzteres fällt der an sich harmlosen stillen Frau schwer, wenn sie sich ärgert. Sie ist nämlich sehr cholerisch und schreit gleich. Trotzdem habe ich mich mit ihr zwischendurch über's Wetter, Katzen oder die Baustelle unterhalten.

Kurz nach Weihnachten tobte Frau R. an meiner Türe und brüllte mich nieder, dass mein Kater ihre Katzen belästige und am Gerüst vor dem Fenster sitze. Um es abzukürzen: sie hat nur ein Insektennetz und Angst, dass ihr Katzen motiviert durch meinen und andere ausbüchsen könnten. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihn jederzeit rufe, falls er wirklich mal lästig ist und ich sogar darauf achte, selbstverständlich den Schaden ersetze, sollte er etwas kaputt machen, aber wenn sie Angst um ihre Katzen hätte, solle sie bitte ein Katzengitter montieren. Da brüllte sie gleich los: "Wie komm ich dazu, mir wegen deinem blöden Viech ein Gitter zu nehmen? Du bist dafür verantwortlich, dass er weg bleibt!" Ich bot ihr am Folgetag an, obwohl es eigentlich unangebracht war, ihr das Katzennetz sogar zu bezahlen, nur ihr Mann müsste es montieren. Sie: "Wie komm ich dazu, das ist nicht mein Problem!"

Anfang Feber brüllte sie mich gleich zweimal nieder, dazwischen gab es nie einen Vorfall, verlangte meinen Kater einzusperren, denn er habe beim Fenster reingesehen und das habe sie erschreckt. Ich solle mir endlich etwas einfallen lassen, sonst passiere etwas und werde sie das auf die eine oder andere Weise in die Hand nehmen. Die Katzen wären dauernd am Gerüst und sie verklage mich und alle, wenn ihre Tiere davonlaufen. Ich gab's ihr ordentlich, aber ohne ausfällig zu werden.

Ich habe ihr dann einige Gesetzesauszüge zu freilaufenden Tieren ausgedruckt und was toleriert werden müsse, zudem forderte ich sie schriftlich auf, mich nicht mehr dermaßen überzogen anzugehen. Ich würde die Schlichtungsstelle für solche Reibereien um Hilfe bitten und die Nachbarn um Verständnis bitten, sollte es Probleme geben - ohne ihren Namen zu nennen. Ich machte aber auch klar, dass ich einen Anwalt einschalten würde, wenn alles nichts nütze. Ich ersuchte aber um eine gütliche Lösung.

Mit einer Nachbarin hing ich Aushänge auf, dass es Beschwerden gab und es uns leid täte, falls Tiere lästig wären. Wir ersuchen um Verständnis und man solle sich stellvertretend bei mir melden, wenn es zu Beschädigungen durch unsere Tiere käme. Es war darin zwar die Rede von "Bereich ....Gasse Nr. X", aber das betrifft fast 80 Wohnungen.

Heute erhielt ich einen Brief ihrer Anwältin. Darin werde ich aufgefordert, mich zu verpflichten, keine weiteren Diffamierungen und Drohungen auszustoßen, sowie dafür zu sorgen, meinen Kater künftig einzusperren. Dafür werden mir natürlich theoretisch 240 Euro verrechnet. Anderweitig werde sie mich auf Unterlassung klagen und weitere Schritte gegen mich setzen.

Ich wundere mich hauptsächlich über eines, nämlich dass ein Mensch dermaßen stur mit seinem Kopf durch die Wand will, nur um die Eigenverantwortung (= Schutz ihrer Katzen) wegschieben zu können.

Auch wenn das Drumherum Stress bedeutet, sehe ich dem gelassen entgegen und seitens meiner Rechtsschutzversicherung gibt es keinen Einwand, mich zu unterstützen. Ich habe es Frau R heute mitgeteilt, dass ich eine Klage gern auf mich zukommen lasse. Das erste mal war sie still und wurde blass. Ich frage mich, ob sie dachte, ich würde dem zustimmen. Sie hat sich hier nämlich für einen frei werdenden Hausmeisterposten beworben und da macht es sich nicht gut, wenn ein Gerichtsverfahren läuft und darüber werde ich natürlich die Schlichtungsstelle informieren. Das ist dann offiziell bekannt, aber da kann ich sagen "Wie komm ich dazu, das ist nicht mein Problem!"

Ich habe der Anwältin eine Sachverhaltsdarstellung gemailt und sämtliche Vorwürfe von mir gewiesen und mitgeteilt, dass ich durch alle Instanzen zu gehen bereit bin.

Hat hier jemand ähnliche Fälle erlebt?

Vielen Dank und sorry für den langen Text.

Grüße,

Frank
Jomia
  • Forenkätzchen
Beiträge: 53
Wenn die schon einen Anwalt genommen hat erübrigen sich doch die Bedenken.
Sollte sie bei euch den Hausmeisterposten belegen, meinst du dass es dann besser wird?
Wie ist denn bei euch die Rechtslage mit Freigängern .
Ich wohne hier auf dem Lande und darf rechtlich zwei Katzen als Freigänger halten was die Anwohner akzepieren müssten. Leider kann ich dir auch nicht sagen wie verbreitet Catspot im schönen Östereich ist.
Gruß Jo
Katzen sind die rücksichtsvollsten und aufmerksamsten Gesellschafter die man sich wünschen kann.
Zuletzt geändert am 18.02.2018 19:43 Uhr
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